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Innovative Logistik

Wie backaldrin die Zukunft gestaltet

Im Oktober 2025 fand der offizielle Spatenstich zum Bau des neuen Logistikzentrums von backaldrin statt, die Fertigstellung ist fĂŒr Ende 2026 geplant. backaldrin-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Martin Mayr und Architekt Harald Markon geben im Interview Einblicke in die Herausforderungen, Ziele und die innovative Zusammenarbeit zwischen Industrie und Architektur.

Herr Mayr, was bedeutet der Bau des neuen Logistikzentrums fĂŒr die strategische Entwicklung von backaldrin?

Martin Mayr: Ich bin fest davon ĂŒberzeugt, dass das neue Logistikzentrum eine zentrale strategische Weichenstellung fĂŒr die Zukunft von backaldrin darstellt. Durch die Verlagerung wesentlicher Logistikbereiche schaffen wir nicht nur dringend benötigten Raum fĂŒr die Produktion, sondern ermöglichen es zugleich, bestehende Prozesse effizienter zu gestalten und weiteres Wachstum – sowohl fĂŒr etablierte als auch fĂŒr neue Produkte – gezielt zu fördern. Auch auf logistischer Ebene eröffnen sich durch die erweiterten KapazitĂ€ten neue Chancen: Wir schaffen Raum fĂŒr ein erhöhtes Lager- und Umschlagsvolumen und optimieren zugleich die AblĂ€ufe, sodass diese kĂŒnftig noch schneller und leistungsfĂ€higer gestaltet werden können.

Wie sind Sie an die architektonische Planung dieses Großprojekts herangegangen, Herr Markon?

Harald Markon: FĂŒr mich beginnt die Planung eines solchen Großprojekts immer mit dem genauen VerstĂ€ndnis des Ortes und der AblĂ€ufe, die dort stattfinden. Deshalb stand am Anfang eine intensive Analyse des BestandsgebĂ€udes, der betrieblichen Prozesse und insbesondere der Warenströme.

Das zentrale Ziel war, die Ein- und Auslagerung von Produkten möglichst effizient zu organisieren und den Neubau optimal mit dem bestehenden GebĂ€ude zu verknĂŒpfen. Die funktionalen Anforderungen der Logistik haben den Entwurf wesentlich geprĂ€gt und waren die Grundlage fĂŒr viele planerische Entscheidungen. Gleichzeitig war es mir wichtig, dass der Neubau nicht als isoliertes Objekt wahrgenommen wird, sondern als selbstverstĂ€ndliche Weiterentwicklung des vorhandenen Standorts. Deshalb haben wir die QualitĂ€ten des Bestands aufgenommen und in eine zeitgemĂ€ĂŸe Architektursprache ĂŒbersetzt. So entstand ein GebĂ€ude, das einerseits höchste funktionale Anforderungen erfĂŒllt und andererseits durch seine klare Gestaltung und moderne AusprĂ€gung einen eigenstĂ€ndigen architektonischen Beitrag leistet.

Wie verliefen die bisherigen Bauarbeiten aus backaldrin-Sicht? Gab es besondere Herausforderungen?

Martin Mayr: FĂŒr ein Projekt dieser GrĂ¶ĂŸenordnung verlĂ€uft die Umsetzung bislang bemerkenswert ruhig, professionell und in einer ausgesprochen konstruktiven, partnerschaftlichen AtmosphĂ€re. Herr DI Markon und sein Team legen großen Wert auf die sorgfĂ€ltige Auswahl qualifizierter Partner und steuern das Projekt mit souverĂ€ner Gelassenheit sowie einer konstruktiven, zugleich zielgerichteten FĂŒhrung. Sowohl in Bezug auf die Kosten als auch auf den Zeitplan befinden wir uns aktuell voll im Soll. Die wichtigsten Gewerke konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden.

Was fasziniert Sie am meisten an einem Projekt wie diesem?

Harald Markon: Was mich an Projekten dieser Art besonders fasziniert, ist, dass die Aufgabenstellung auf den ersten Blick oft sehr einfach erscheint. Es geht scheinbar „nur“ darum, die Ein- und Auslagerung von Produkten zu organisieren. Betrachtet man jedoch die Vielzahl an Rahmenbedingungen, wird schnell deutlich, wie komplex ein solches Projekt tatsĂ€chlich ist. Besonders spannend finde ich den Prozess, aus diesen unterschiedlichen Anforderungen ein ganzheitliches Projekt zu entwickeln, das nicht nur technisch und wirtschaftlich ĂŒberzeugt, sondern auch architektonische QualitĂ€t besitzt. Umso beeindruckender ist es, wenn ein Projekt dieser GrĂ¶ĂŸenordnung innerhalb einer Bauzeit von nur einem Jahr realisiert werden kann.

Welche Rolle spielen Innovation und Nachhaltigkeit bei diesem Projekt?

Martin Mayr: Beide Aspekte sind von zentraler Bedeutung – nicht nur fĂŒr das aktuelle Projekt, sondern auch fĂŒr unser tĂ€gliches Handeln und unsere Unternehmensphilosophie. Im Rahmen des Projekts werden sĂ€mtliche bestehenden Prozesse einer umfassenden ÜberprĂŒfung unterzogen und konsequent auf maximale Ressourceneffizienz sowie optimale IT-UnterstĂŒtzung ausgerichtet. Auch bei der GebĂ€udeinfrastruktur setzen wir klare Akzente in Richtung Nachhaltigkeit: So haben wir uns beispielsweise fĂŒr ein ökologisches Dach aus österreichischem Holz entschieden, das in Kombination mit einer großflĂ€chigen Photovoltaikanlage und einem modernen Speichersystem einen wesentlichen Teil unseres Energiebedarfs autark abdecken wird.

Harald Markon: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz waren von Beginn an wesentliche Bestandteile des Planungskonzepts. Ein zentraler Baustein ist die Photovoltaikanlage auf dem Hallendach mit einer Leistung von knapp einem Megawatt. ErgĂ€nzt wird diese durch einen Batteriespeicher mit einer KapazitĂ€t von rund 1,3 Megawatt, wodurch ein großer Teil der erzeugten Energie zeitversetzt genutzt werden kann. Besonders wichtig war uns, dass der erzeugte Solarstrom direkt im Betrieb verwendet wird. Dadurch wird der Eigenverbrauch maximiert, die Energieversorgung nachhaltiger gestaltet und die AbhĂ€ngigkeit von externen Energiequellen reduziert. DarĂŒber hinaus wurde die Bodenplatte der Halle bauteilaktiviert. Diese nutzt die thermische Speichermasse des GebĂ€udes zur Temperierung und ermöglicht einen besonders energieeffizienten Betrieb.

Wie werden die neuen Strukturen und AblÀufe die Arbeit der Mitarbeiter verbessern?

Martin Mayr: Mit der Implementierung eines modernen Zeitfenstermanagements schaffen wir die Grundlage dafĂŒr, logistische Spitzen gezielt abzufedern und die Auslastung unserer KapazitĂ€ten deutlich effizienter zu steuern. Durch die strukturierte Vergabe und Koordination von Anliefer- und Abholzeiten werden EngpĂ€sse vermieden, AblĂ€ufe entzerrt und sowohl interne als auch externe Ressourcen optimal eingesetzt. Dies trĂ€gt maßgeblich dazu bei, Wartezeiten zu minimieren und die gesamte Prozesskette transparenter und planbarer zu gestalten. Parallel dazu fĂŒhren wir die neueste Version des SAP-Warenwirtschaftssystems ein. Im Zuge dieser Umstellung werden sĂ€mtliche bestehenden AblĂ€ufe einer eingehenden Analyse unterzogen, kritisch hinterfragt und umfassend ĂŒberarbeitet. Ziel ist es, alle Prozesse nicht nur effizienter, sondern auch sicherer und zukunftsfĂ€hig zu gestalten. Die Integration moderner IT-Lösungen ermöglicht eine durchgĂ€ngige Digitalisierung und Automatisierung, wodurch Fehlerquellen reduziert und die Nachvollziehbarkeit sĂ€mtlicher VorgĂ€nge erhöht wird. Insgesamt legen wir grĂ¶ĂŸten Wert darauf, dass alle Systeme optimal ineinandergreifen und die Digitalisierung konsequent vorangetrieben wird. So schaffen wir die Voraussetzungen fĂŒr eine nachhaltige, leistungsfĂ€hige und zukunftsorientierte Logistik, die den steigenden Anforderungen des Marktes jederzeit gewachsen ist.

Welche besonderen Lösungen wurden fĂŒr Sicherheit und FunktionalitĂ€t entwickelt?

Harald Markon: Ein wesentliches Prinzip war die klare Trennung der Warenströme von den BewegungsflĂ€chen der Mitarbeiter. Dadurch werden potenzielle Konflikt-punkte minimiert und ein sicherer sowie effizienter Betriebsablauf gewĂ€hrleistet. FĂŒr die Lager- und Logistikbereiche wurden große StĂŒtzweiten in der Tragstruktur realisiert. Dadurch entstehen offene und ĂŒbersichtliche Arbeitsbereiche mit hoher FlexibilitĂ€t fĂŒr die innerbetrieblichen AblĂ€ufe. Die gute Übersichtlichkeit erhöht nicht nur die FunktionalitĂ€t, sondern trĂ€gt auch wesentlich zur Arbeitssicherheit bei.

Besonderes Augenmerk wurde zudem auf die Organisation des Lkw-Verkehrs gelegt. Die Ladetore sind klar strukturiert angeordnet und werden durch großzĂŒgig dimensionierte RangierflĂ€chen ergĂ€nzt. Dadurch können An- und Ablieferungen effizient abgewickelt werden, wĂ€hrend gleichzeitig ein reibungsloser Verkehrsfluss auf dem BetriebsgelĂ€nde sichergestellt wird.

Auch die WegefĂŒhrung der Mitarbeiter wurde neu gedacht. Im Zuge des Projekts entstand ein eigenes Sozial- und BĂŒrogebĂ€ude, das als neuer Hauptzugang zum WerksgelĂ€nde dient. Von dort gelangen die Mitarbeiter ĂŒber UmkleiderĂ€ume und Hygieneschleusen in die Produktions- und Lagerbereiche. Diese klare Organisation der Zugangswege unterstĂŒtzt sowohl die betrieblichen AblĂ€ufe als auch die hohen Anforderungen an Sicherheit, Hygiene und ArbeitsqualitĂ€t.

Wie profitieren Kunden von dem neuen Logistikzentrum?

Martin Mayr: Mit dem neuen Logistikzentrum stĂ€rken wir nachhaltig die Versorgung und Versorgungssicherheit von backaldrin. Durch den Einsatz intelligenter Lagersysteme werden unsere Waren kĂŒnftig noch effizienter eingelagert, kommissioniert und verladen. Auch die begleitenden Dokumentationsprozesse im Hintergrund profitieren von modernen IT-Lösungen und werden deutlich schneller sowie effizienter abgewickelt. DarĂŒber hinaus eröffnet uns das Logistikzentrum die Möglichkeit, unsere Produktionsprozesse flexibler und leistungsfĂ€higer zu gestalten. So können wir nicht nur schneller und effizienter auf Marktanforderungen reagieren, sondern auch unser Produktportfolio gezielt erweitern und neue Produkte einfĂŒhren.

 

Insgesamt werden wir durch diese Investition zu einem noch zuverlĂ€ssigeren und professionelleren Partner fĂŒr unsere Kunden. So schaffen wir die Grundlage, um sowohl unser Unternehmen als auch die Region zu stĂ€rken.
Martin Mayr
GeschĂ€ftsfĂŒhrer

Welchen Beitrag leistet das neue Logistikzentrum fĂŒr den Standort Oberösterreich und die Region?

Martin Mayr: Bereits in der Bauphase des Logistikzentrums entfaltet unser Projekt eine spĂŒrbare wirtschaftliche Wirkung in der Region. Indem wir einen Großteil der AuftrĂ€ge gezielt an lokale und regionale Unternehmen vergeben haben, fördern wir nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern ermöglichen zahlreichen Betrieben in unserem Umfeld eine unmittelbare Teilhabe am Projekterfolg. Diese bewusste Entscheidung stĂ€rkt bestehende Partnerschaften und trĂ€gt dazu bei, die regionale Wertschöpfung nachhaltig zu erhöhen. Auch mit Blick auf die mittel- und langfristige Entwicklung erwarten wir positive Impulse: Durch die Erweiterung unseres Standorts entstehen zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze, was zu einem deutlichen BeschĂ€ftigungszuwachs fĂŒhren wird. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen in der Region. Gleichzeitig investieren wir gezielt in die ZukunftsfĂ€higkeit von backaldrin, indem wir die WettbewerbsfĂ€higkeit unseres Unternehmens stĂ€rken und die nachhaltige Entwicklung am Standort langfristig absichern. So schaffen wir die Grundlage fĂŒr weiteres Wachstum und eine erfolgreiche Zukunft – sowohl fĂŒr unser Unternehmen als auch fĂŒr die Region.

Gibt es Aspekte des Projekts, die Ihnen persönlich besonders am Herzen liegen, Herr Markon?

Harald Markon: Was mir an diesem Projekt besonders am Herzen liegt, ist die lang-jĂ€hrige Zusammenarbeit mit der EigentĂŒmerfamilie und den fĂŒr die Umsetzung des Baus verantwortlichen FĂŒhrungskrĂ€ften. Über viele Jahre hinweg ist ein vertrauens-volles VerhĂ€ltnis entstanden, das weit ĂŒber die klassische Beziehung zwischen Bauherr und Architekt hinausgeht. Dieses Vertrauen ist fĂŒr mich eine besondere WertschĂ€tzung meiner Arbeit und gleichzeitig eine große Motivation. Dadurch ist dieses Projekt fĂŒr mich und mein Team zu einem echten Herzensprojekt geworden. Es geht nicht nur darum, ein neues Logistikzentrum zu errichten, sondern darum, gemeinsam einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des Unternehmens zu gestalten. Das geplante GebĂ€ude soll die Voraussetzungen fĂŒr zukĂŒnftiges Wachstum schaffen und einen nachhaltigen Beitrag zur langfristigen Entwicklung des Standorts leisten. Besonders freut es mich, dass ich diesen Weg gemeinsam mit meinem Team begleiten darf. Jeder Einzelne bringt sein Fachwissen und sein Engagement ein, um aus den Anforderungen des Unternehmens eine zukunftsorientierte und wirtschaftliche Lösung zu entwickeln. Wenn am Ende ein Projekt entsteht, das sowohl funktional als auch architektonisch ĂŒberzeugt und einen echten Mehrwert fĂŒr das Unternehmen schafft, dann ist das fĂŒr uns die schönste BestĂ€tigung unserer Arbeit.

Herr Mayr, möchten Sie noch etwas hinzufĂŒgen?

Martin Mayr: Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um meinen aufrichtigen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen auszusprechen, die sich mit großem Engagement und Fachwissen in das Projekt eingebracht haben und weiterhin tatkrĂ€ftig mitwirken. Mein besonderer Dank gilt dabei den Teams aus der Technik, vor allem auch der Logistik und der IT, die mit ihrem Einsatz und ihrer Expertise maßgeblich zum Erfolg des Vorhabens beitragen. Ebenso möchte ich unseren externen Partnern – insbesondere DI Markon und seinem Team und Firma Anzinger sowie allen beteiligten Unternehmen und Betrieben, die am Bau des Logistikzentrums mitgewirkt haben – herzlich danken. Ohne die vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit wĂ€re die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts nicht möglich.

Lieber Herr Mayr und lieber Herr Markon, vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch!

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