BĂ€cker auf Achse
Wenn Kunden zu Freunden werden
Reisebackmeister haben bei backaldrin Tradition.
Schon kurz nach der GrĂŒndung 1964 zogen die ersten BĂ€cker des Unternehmens durchs Land, um ihren Kunden kostenlos bei Problemen in der Backstube zur Seite zu stehen â und das bis heute. FĂŒnf Reisebackmeister sowie ein weiterer mit zusĂ€tzlichen Vertriebsaufgaben ziehen aktuell durch Ăsterreich. Edi Hornung ist einer von ihnen.
Seit fast 30 Jahren arbeitet er bei backaldrin und gehört damit schon fast zum Inventar des Hauses.
Wobei er statt in der Zentrale meist bei seinen âFreundenâ ist, wie er im GesprĂ€ch ĂŒber seinen Beruf erzĂ€hlt.
backaldrin: Wie bist du dazu gekommen, Reisebackmeister zu werden?
Edi Hornung: Mein Vater hatte einen BĂ€ckereibetrieb. Als ich noch ein Kind war, besuchte uns das erste Mal ein Backmeister. Ich war so fasziniert von ihm, dass es zu meinem Traumberuf wurde. Nachdem mein Bruder die BĂ€ckerei ĂŒbernommen hatte, arbeitete ich als Backstubenleiter in einem gröĂeren Betrieb. ZufĂ€llig fiel mir damals eine Zeitungsanzeige in die HĂ€nde, in der ein Reisebackmeister gesucht wurde. Diese Chance ergriff ich und es machte mir von Anfang an SpaĂ. 1997 stieĂ ich dann zu backaldrin.
29 Jahre sind seither vergangen. Wie hat sich die Arbeit als Reisebackmeister in dieser Zeit verÀndert?
Es ist viel weniger Nachtarbeit als frĂŒher notwendig. Heutzutage funktioniert mehr ĂŒber die KĂŒhlung und die QualitĂ€t wird wichtiger. Zudem werden die Maschinen gröĂer und besser, wodurch sich anwendungstechnisch einiges Ă€ndert. Eine andere Entwicklung ist auch, dass es neben den traditionellen kleinen BĂ€ckereien mehr Filialisten und GroĂbetriebe gibt. Dieser Kontrast macht meine Arbeit so spannend, denn einerseits besucht man einen kleinen BĂ€cker, bei dem man von einem Produkt vielleicht zwei Kilo nimmt, und am nĂ€chsten Tag steht man plötzlich beim GroĂbĂ€cker und benötigt zwei ganze SĂ€cke. Es ist immer eine Umstellung und Herausforderung.
Wie viele Kunden betreust du in etwa?
Es sind um die 400 Kunden. NatĂŒrlich kann man nicht bei allen gleichzeitig sein. Meist betreue ich 30 BĂ€ckereien intensiver.
Wie voll ist dein Terminkalender mit so vielen Kunden? Wie teilst du dir das ein?
In erster Linie teile ich es mir nach Bedarf ein. Die BĂ€ckereien melden sich meist bei mir und je nach Dringlichkeit fahre ich dorthin. Prinzipiell ist es mir sehr wichtig, regelmĂ€Ăigen Kontakt zu jeder BĂ€ckerei zu pflegen. Wir stehen in den Backstuben der Kunden und damit an der vordersten âFrontâ. Dieser Austausch ist fĂŒr den Verkauf unserer Produkte ganz wichtig.
Welche Gebiete betreust du?
FrĂŒher vor allem SĂŒdösterreich. Jetzt betreue ich groĂteils die Industriekunden und fungiere in ganz Ăsterreich als Springer.
Ihr seid in Ăsterreich fĂŒnf Reisebackmeister, arbeitet aber an ganz unterschiedlichen Orten. Wie sind der Zusammenhalt und die Teamdynamik unter euch?
Es ist jeder in seinem Bereich ein Spezialist. Das ist etwas Gutes, denn so können wir voneinander lernen und uns gegenseitig Hilfestellungen leisten.
Wie kann man sich eure Arbeit als Reisebackmeister genau vorstellen? Legt ihr auch selbst Hand an?
Unsere Arbeit gestaltet sich je nach Kundenanforderung ganz individuell. Wenn Kunden etwa Fragen haben, dann rufen sie mich oder einen meiner Kollegen an und wir helfen mit unserem Fachwissen und unserer Erfahrung. Der BĂ€cker steht in seiner Backstube und hat sich Routinen angeeignet. Die Herstellung von Brot und GebĂ€ck verĂ€ndert sich aber, seien es die Rohstoffe, die anders beschaffen sind, oder die Jahreszeiten mit Temperaturschwankungen. Der BĂ€cker schildert mir sein Anliegen und dann gehen wir gemeinsam den ganzen Prozess durch und erarbeiten uns, wo sich ein Problem verstecken könnte. Das beginnt mit dem Rezept, geht ĂŒbers Kneten und endet mit dem Ausbacken. Meist sind es nur Kleinigkeiten, wie zum Beispiel, dass die Teige zu warm produziert und zu wenig geknetet werden, aber ein Blick von auĂen deckt so etwas oft leichter auf. Und ja natĂŒrlich, da legen wir auch selbst Hand an den Teig.
Bringst du den BÀckereien auch die neuesten Backideen von backaldrin nÀher?
Produktneuheiten nehme ich auf meine BackeinsĂ€tze mit, ich stelle sie vor, berate die BĂ€cker und wir probieren sie gemeinsam aus. Teilweise spinnen wir dann neue Ideen, wie etwa anlĂ€sslich der WM FuĂbĂ€lle daraus zu kreieren. So entstehen neue Hingucker fĂŒr die Vitrine. Wir unterstĂŒtzen die Kunden aber auch bei ihrer Produktentwicklung: Möchte ein Kunde aus einem bestimmten Rohstoff ein neues Brot oder GebĂ€ck kreieren, kommen wir auch zum Einsatz. Ein aktuelles Herzensprojekt von mir ist ein Kunde, der gerade eine ganz neue BĂ€ckereikette auf die Beine stellt. Dabei war ich fĂŒr die ganze Produkt- und Rezeptentwicklung zustĂ€ndig. Mittlerweile ist die Kette nicht nur in Ăsterreich vertreten, sondern auch in Berlin. Da wĂ€chst man natĂŒrlich mit. Wenn ich dort in der Backstube stehe, fĂŒhle ich mich so, als wĂ€re es meine eigene.
Vermisst du es manchmal, nur in einer Backstube zu arbeiten?
Nein, ĂŒberhaupt nicht, ich habe durch meinen Beruf Abwechslung und das liebe ich. Ich bin immer mit neuen Herausforderungen konfrontiert und lerne stĂ€ndig neue Leute kennen.
Was schÀtzen die Kunden an den Reisebackmeistern?
In erster Linie die QualitĂ€tsverbesserung und den kostenlosen Service, aber natĂŒrlich auch neue Ideen, die wir einbringen.
Und was schÀtzt du besonders an deiner Arbeit?
Der Kundenkontakt ist fĂŒr mich das A und O. Wenn man Menschen positiv gegenĂŒbertritt, kommt auch immer etwas Positives zurĂŒck, und auf einmal wĂ€chst man langsam zusammen. Die meisten Kunden sind mittlerweile Freunde. Es ist immer schön, wenn man Erfolge hat, heimfĂ€hrt und weiĂ, dass man einem Freund geholfen hat.
Als Bindeglieder zwischen den Reisebackmeistern und der Zentrale in Asten fungieren Martin Plaschg und Kurt Seyrkammer.