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Vom Bäcker für Bäcker Die backaldrin-Story

Wer backaldrin sagt, muss auch Augendopler sagen – und umgekehrt. Denn die Geschichte des 1964 gegründeten Backmittelherstellers ist aufs engste mit der Familie Augendopler verbunden, gespickt mit guten Backideen und echten Erfolgsstorys. backaldrin hat es zum Marktführer in Österreich geschafft, 1984 das erfolgreichste Markengebäck Europas erfunden, seine Produkte bald auch international verkauft und ist am umkämpften Backmittelmarkt als Familienunternehmen 100 Prozent eigenständig geblieben. Die Erfolgsrezeptur von Firmeneigentümer Peter Augendopler hat viele Zutaten: Kundenorientierung ohne Wenn und Aber, engagierte Mitarbeiter, Fingerspitzengefühl, die notwendige Portion Glück und vor allem – ein Bäckerherz, zu spüren und zu sehen im „Haus des Brotes“, das er 2003 errichten ließ.


Es begann im Jahr 1964, als sich Alois Augendopler mit seiner Frau Juliana und Sohn Peter "spontan entschloss, Backmittel selber herzustellen und daraufhin innerhalb von drei Monaten eine eigene Firma startete. Wir hatten nichts als den guten Willen", erinnert sich backaldrin-Eigentümer Peter Augendopler, der von der ersten Stunde an dabei ist, – und der versetzt bekanntlich Berge. Wohl auch deshalb ist die Firma mit drei "Augendopler’s" und sechs Mitarbeitern "vom ersten Tag an gut gelaufen." Innerhalb von drei Jahren hat die Bäckerfamilie zunächst von Wien aus das Geschäft auf ganz Österreich ausgedehnt. Im Jahr 1969 wurde die Produktion nach Asten bei Linz verlegt, wo sich heute die backaldrin-Zentrale mit dem "Haus des Brotes" befindet.

"Wir sind selbst Bäcker und die Bedürfnisse der Bäcker standen vom ersten Tag an im Mittelpunkt. Unsere Kunden müssen einen Nutzen von uns haben und dem ist unser Handeln unterzuordnen. Daran hat sich bis heute nichts geändert", sagt Peter Augendopler. Bald sollten nicht nur Österreichs Bäcker von backaldrin-Produkten profitieren, sondern auch jene in Deutschland. Es war 1968, als erstmals von einem möglichen Beitritt Österreichs zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, der heutigen EU, die Rede war. "Aus Sorge, von großen internationalen Firmen überrollt zu werden, haben wir die Flucht nach vorne angetreten. Damals wussten wir überhaupt nicht, ob das Abenteuer gelingt." Während der EU-Beitritt Österreichs auf sich warten ließ, gelang das Deutschland-Abenteuer auf Anhieb. Der Traum, einmal in ganz Bayern vertreten zu sein, ging bald in Erfüllung. Vielmehr noch, war backaldrin wenige Jahre später bei Bäckern in ganz Deutschland mit Backkultur und -tradition aus Österreich gut vertreten. "Diese genießt weltweit einen sehr guten Ruf", weiß Augendopler, der selbst für Palatschinken und Schaumrollen schwärmt. "Wiener Bäckereien gibt’s auf der ganzen Welt. Sie sind Synonym für 'die Bäckerei schlechthin'."

Welthit Kornspitz

Dass er mit dem Kornspitz bald selbst einen Welterfolg landen würde, wusste er bei seinem Deutschland-Engagement noch nicht. Die Geburtsstunde des Kornspitz im Jahr 1984 fiel in jene Zeit, in der das Thema Ballaststoffe aufkam. Auch bei backaldrin wurde an ballaststoffreichen Backideen gefeilt. Als kleineres Pendant zum so genannten Kornbeißer-Brot brachte die Firma nach 6-monatiger Arbeit schließlich auch ein Kleingebäck auf den Markt. Unter dem Namen Kornspitz gelang ihm bereits bei seiner Weltpremiere auf der Österreichischen Bäckerausstellung im Herbst 1984 der Durchbruch. "Dass unser neues Brot nur einige wenige interessierte und alle nur den Kornspitz wollten, damit hat niemand gerechnet", sagt Kornspitz-Erfinder Peter Augendopler. Wie auch immer, von da an war der Aufstieg des knusprig-würzigen Kornspitz zum erfolgreichsten Markengebäck Europas und auch jener der Ballaststoffe nicht mehr zu stoppen. Konsumenten in 68 Ländern wollen auf ihren Kornspitz nicht verzichten und verspeisen täglich 4,5 Mio. Stück.

Neue Märkte eröffnen viele Chancen

Auf Erfolgen ausruhen, zählt nicht zu den Stärken von Peter Augendopler. Daher packte er bereits wenige Jahre später die Chancen, die sich mit der Öffnung der neuen Märkte in Osteuropa boten, beim Schopf. In den Jahren 1990 und 1991 gründete backaldrin zunächst Vertretungen und später eigene Firmen in Ungarn, Tschechien und der Slowakei.

Damit begann im Hause backaldrin auch die große Exportoffensive. Was mit einer Abteilung für das Auslandsgeschäft begann, ging 2003 in einer eigenen Tochtergesellschaft, der backaldrin International GmbH, auf. Geschäftsführer ist Harald Deller, der als Exportleiter seit Mitte der 90er-Jahre wesentlich dazu beigetragen hat, dass der führende Backmittelhersteller in Österreich auch weltweit in mehr als 80 Ländern Fuß gefasst hat und erfolgreich tätig ist. "Wir haben überall Leute, die zu 200 Prozent 'backaldriner' sind", sagt Peter Augendopler – "Mister backaldrin himself" – stolz. Wie kein anderer verkörpert er selbst die Firmenphilosophie und erweckt den backaldrin-Geist täglich frisch zum Leben, auch in den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Im Jahr 2006 hat backaldrin ein weiteres Kapitel in Sachen Auslandsengage-ment aufgeschlagen. In der jordanischen Hauptstadt Amman wurde neben Asten eine zweite Produktionsstätte in Betrieb genommen. Die Märkte in der Arabischen Welt und in Nordafrika können dadurch besser bearbeitet werden. "Produktionsstandort Nummer 1 ist und bleibt aber Österreich", sagt der backaldrin-Chef. "In Österreich haben wir eine gute Rohstoffbasis und eine erstklassige Landwirtschaft. Jene Produkte, die in Österreich wachsen, kaufen wir auch hier."

Hightech trifft Handwerk im Haus des Brotes

Mehr als 30 Mio. Euro wurden in den letzten Jahren in den Ausbau der Firmenzentrale in Asten investiert. Der gelernte Bäcker und "Bauchdenker" Augendopler hat aber nicht nur eine der modernsten Produktionsanlagen weltweit errichtet, sondern gezeigt, dass sein Herz auch seiner "heimlichen Liebe", dem Bäckerhandwerk, gehört. Im "Haus des Brotes" wird das Gespür für Brot sowie die Liebe zur Bäckerei und allem was dazu gehört sichtbar. "Hier haben wir das Wissen aus sieben Jahrhunderten zum Thema Backen zusammengetragen und stellen diesen Erfahrungsschatz allen Interessierten gerne zur Verfügung", sagt der gelernte Bäcker.

Mehr als 4.000 Bücher umfasst die Bibliothek, unter ihnen Kostbarkeiten wie das zweitälteste Bäckereibuch der Welt. Interessante Beispiele der Brotgeschichte lassen sich im Licht durchfluteten Eingangsbereich entdecken – vom byzantinischen Brotstempel über Münzen mit Getreidemotiven aus der Römerzeit bis hin zu wertvollen Zunftkrügen aus Europa.

Nur wenige Schritte entfernt treten die Besucher in die Zukunft des Bäckerhand-werks ein. Im backaldrin-Forum, einem modernen Hörsaal, erfahren Bäcker aus aller Welt in Seminaren, was Sie in der Praxis schon am nächsten Tag anwenden können. Über 7.000 Bäcker und Fachbesucher informieren sich hier Jahr für Jahr über die neuesten Trends und Entwicklungen in der Branche.

Die Geschichte geht weiter ...

Das Haus des Brotes ist für Peter Augendopler vor allem aber „ein Ort für Originalität und Innovation, wo wir mit modernsten Methoden sowie Technologien an den Brot- und Gebäckideen von heute und morgen arbeiten.“ Seinem Lebenswerk fügte der 65-Jährige im Jahr 2007 einen weiteren Meilenstein hinzu, als er am Rande der russischen Haupt­stadt Moskau ein modernes Bäckereizentrum eröffnet hat. 2009 stellte er auf der iba – der größten Bäckereimesse der Welt – Bibelbrot vor. Ausschließlich mit Zutaten aus dem Buch der Bücher gebacken, soll das Bibelbrotâ auch den Wert des einzigartigen Lebensmittels Brot unterstreichen.

Aber nicht nur Fortschritt und Innovation sind ihm wichtig, sondern auch Kontinuität und Tradition. Der verheiratete Vater von zwei Kindern, der das Unternehmen in zweiter Generation führt, wird von Tochter Regina seit Jahren tatkräftig unterstützt. Auch Sohn Peter schnuppert bereits backaldrin-Luft. Die ist bekanntlich reich an Backideen und duftet nach Brot und Gebäck. Wer diesen Duft einmal lieben gelernt hat, kann davon nicht genug kriegen, wie Peter Augendopler. Auch die dritte Generation kann dem nicht widerstehen und ist dem Ruf bereits gefolgt.